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Die Lage

Die Gemeinde Winznau liegt am Südabhang des Dottenberges auf einer mittleren Höhe von 420 Metern ü.M. und reicht von der Sonnenweide auf der Frohburg bis hinunter an die Aare. Im Osten grenzt das Dorf an Lostorf und Obergösgen, im Süden an Dulliken, im Westen an Olten und nordwärts an Trimbach. Durch eine kluge Begrenzung der Bauzone ist Winznau umgeben von einem Grüngürtel. Die gesamte Fläche von 397 ha ist aufgeteilt in 145 ha Wald, in 46 ha unproduktive Fläche wie Fluss- und Strassengebiet, und 9 ha sind überbaut; der Rest wird landwirtschaftlich genutzt.

Waren die ersten Winznauer Franzosen?

Die ersten menschlichen Spuren auf dem Gemeindegebiet von Winznau können in die ausgehende Altsteinzeit, in das Magdalénien, datiert werden. In dieser Zeit - ungefähr 10‘000 - 15‘000 Jahre v. Chr. mussten die Menschen in der Umgebung von Olten gute Lebensbedingungen vorgefunden haben. Vor allem fanden sie hier das begehrte Rohmaterial für die Herstellung ihrer Werkzeuge, den Feuerstein. Da diese Werkzeuge, die auf den Fundplätzen im Käsloch, im Köpfli, auf der Wilmatt, im Oberfeld, im Kleinfeld gefunden wurden, mit den Werkzeugen von südfranzösischen Fundplätzen vollständig übereinstimmen, kann angenommen werden, dass die Menschen dieser Zeit aus den südlichen Teilen Frankreichs nach Nordosten abwanderten und in unseren Gegenden «sesshaft» wurden.
Beim Übergang von den steinzeitlichen Epochen zu den Metallzeiten verlor der Feuerstein als Rohmaterial seine Bedeutung, darum ist die Besiedlung in der Bronzezeit (1800-800 v. Chr.) und in der anschliessenden Eisenzeit viel geringer oder kann wegen der Verwitterung der Metallwerkzeuge nicht mehr nachgewiesen werden.

Grabhügel

Dass aber Menschen ansässig waren, zeigen die Grabhügel im Hardwald in Obergösgen, die unmittelbar an die Gemeinde Winznau grenzen. Die Kelten, so nannte man das Volk der Eisenzeit, kannten die Erd- und Feuerbestattung, das kann auch bei den vier Grabhügeln im Hardwald nachgewiesen werden. Bei den Erdbestattungen wurden hauptsächlich Fibeln, Armbänder, Fingerringe, Rasseln, Spangen, Ohrringe, Tongefässe, Steinbeile und Keramikplatten gefunden.

Ein römischer Gutshof

Ob in Winznau ein römischer Gutshof bestanden hat, kann mit Sicherheit nicht gesagt werden, doch lassen die anlässlich der Verbreiterung der Kantonsstrasse 1968 im Dorfzentrum angegrabenen Mauerquerschnitte und die gefundenen Ziegel vermuten, dass das Teile eines grössern Gebäudekomplexes sein müssen.
Vorgefundene Münzen und der Name der Strasse von Winznau über den Eibach nach Lostorf, der Rennweg heisst, weisen auf römisches Leben hin. Die Bezeichnung Rennweg wird in der Regel immer dort verwendet, wo römische Verkehrsbeziehungen aufkommen. Die Rennwege in Zurzach und Zürich führen genau zu den römischen Kastellen. Auch über den hiesigen Rennweg oder doch in der Nähe desselben mussten die römischen Verbindungswege vom Castrum Olten nach Lostorf über den Schafmattpass, auf dem römische Karrengeleise gefunden wurden, geführt haben. Um es ganz deutlich zu sagen: Der Rennweg ist nicht eine von den Römern erbaute Strasse, sondern der Name weist nur auf ehemalige Strassenführungen hin.

Die Aue des Winizo

Nach dem Rückzug der römischen Truppen nach Italien kamen nach und nach die Germanenstämme in die Nord- und Ostschweiz. Alemannische Gräberfunde mit Schwertern als Beigaben wurden 1925 auf dem Gelände des ehemaligen Konsumgebäudes gemacht. Auch der Dorfname weist in die Alemannenzeit um 600 n. Chr. zurück. «Winzenowa» setzt sich aus dem althochdeutschen «owa» und «Win(i)zo» zusammen. «owa» wandelte sich im Laufe der Zeit sprachlich zu Aue, d.h. Land am Wasser. «Win(i)zo» war wohl ein alemannischer Sippenführer, der mit seinen Angehörigen «das Land am Wasser» bebaute.

Der erste namentlich bekannte Winznauer hiess Adelgoz

Winznau gehörte zum Buchsgau, der über lange Zeit von den Grafen von Frohburg verwaltet wurde. Diese mannigfaltige Aufgabe wurde von einem grössern Stab von Mitarbeitern, den sogenannten Ministerialen, besorgt. Diese wohnten meistens auf lokalen Burgen und betreuten ein gewisses Gebiet, vorwiegend an wichtigen Pässen und Durchgangsstrassen. Im Jahrzeitenbuch des Domstiftes Basel, das die Jahre von 1334 bis 1610 umfasst, heisst ein Eintrag «Adelgoz de Winzenowa miles». Die Beifügung «miles», also Ritter, deutet auf eine gewisse Bedeutung dieses Mannes hin, der sicher auch in einer «standesgemässen» Wohnung lebte. War dieser Adelgoz in einem burgähnlichen Haus im Burgacker droben wohnhaft, das der Chronist Haffner 1666 erwähnt und von dem der Historiker Ildefons von Arx 1820 sagte: «Sähe man nicht noch ob Winznau die Überreste des Edelsitzes, und hätte man nicht ihr von einer Petschaft abgezeichnetes Wappen, so würde man an ihrem Dasein zu zweifeln Ursache haben.» Lange konnte dieser Adelgoz und die Herren von Winznau nicht regiert haben, zeigte doch eine Ausgrabung von 1965, dass «die Burgstelle Winznau offenbar nur begonnen, aber nicht fertig gebaut worden war.»

Erste urkundliche Erwähnung des Dorfnamens

1266 regelte Amphalisa von Ifenthal die Landverkäufe in Stüsslingen, Lostorf und Winznau, die sie dem Chorherrenstift in Schönenwerd vermacht hatte. In dieser lateinisch abgefassten Urkunde kommt nach dem heutigen Wissensstand der Name «Winzenowe» erstmals schriftlich vor.

Winznau wird solothurnisch

Nach dem Kauf der Herrschaft Gösgen durch die Stadt Solothurn 1458 kam Winznau unter solothurnische Verwaltung. Die Stadt führte in Winznau eine Zollstation und besteuerte vor allem die Händler, welche die Zollstätten in Trimbach und Olten umgehen wollten. Die jährlichen Einnahmen waren gering und betrugen durchschnittlich fünfzigmal weniger als die Erträge in Olten. Die Zollstation wurde erstmals 1473 und letztmals 1682 in den Seckelmeisterrechnungen aufgeführt.

Die Bedeutung des «Klösterleins Werith»

778 schenkte der aus dem Elsass stammende Bischof Remigius dem Domstift von Strassburg das «Klösterlein Werith» mit allen Gütern und Rechten, die es weitum besass. Von diesem Kloster Schönenwerd kam die Verkündigung des christlichen Glaubens in unsere Gegend, und wenn das Christentum schon vorher Fuss gefasst haben sollte, wurde sicher ein intensiveres Glaubensleben gepflegt.

Die «baulose Kapelle»

Winznau gehörte, so weit man es mit Urkunden belegen kann, zum Pfarrsprengel Obergösgen. In der Gemeinde selber musste eine St. Johanneskapelle bestanden haben.
Während der Reformationswirren, als die Kapelle in Winznau und die Kirchen in Obergösgen und Lostorf derart zerstört wurden, dass darin keine Gottesdienste gehalten werden konnten, ordnete die Regierung an, dass alle drei Gemeinden in Lostorf zur Kirche zu gehen hatten und dass dieses Gotteshaus als erstes wieder instand gestellt werden musste. Obergösgen machte sich schon nach wenigen Jahren wieder selbständig, während Winznau über hundert Jahre bei der Pfarrei Lostorf verblieb.
Nach angeblichen Händeln mit dem Pfarrer wurde Winznau 1644 von der Obrigkeit wiederum der Anschluss an Obergösgen gestattet.
Die Winznauer widersetzten sich etliche Jahrzehnte den Anordnungen der Solothurner Regierung, weil sie der einheimische Anführer der Wiedertäufer, Benedikt Fischer, auch Bäni Senn genannt, daran hinderte. Nicht einmal das Geld, das der Vogt von Gösgen für den Altar in der Kapelle ausgegeben hatte, wollten sie bezahlen. Erst als zwei Ratsherren von Solothurn persönlich nach Winznau kamen und verlangten, dass der Betrag innert acht Tagen erlegt werden müsse, ansonsten sie mit einer Busse von 100 Gulden zu rechnen hätten, bequemten sich die Bewohner zur Begleichung der Schuld. Die Instandstellung der Kapelle wurde aber erst 1636 abgeschlossen und acht Jahre später wieder neu eingeweiht.

Eigenständige Kirchgemeinde

Im Vorfeld des Kulturkampfes trat die Solothurner Regierung die bis anhin ausgeübte Unterhaltspflicht der Pfarrhäuser und des Chores der Kirchen den Gemeinden ab. Die neu eingetretene finanzielle Belastung spürten die Gemeinden sehr. So auch die Gemeinde Obergösgen, die nun von Winznau eine Beteiligung an den Kosten für die Aufgaben der Pfarrei verlangte. Allerdings gewährte Obergösgen den Winznauern kein Anrecht an den Gebäulichkeiten und den Grundstücken und liess diese 1879 ohne Rückfrage bei den Behörden von Winznau auf den Namen «Gemeinde Obergösgen» im Grundbuch eintragen.
Weil Winznau sich an den Kosten nur beteiligen wollte, wenn die Gemeinde zu gleichen Teilen wie Obergösgen am Eigentum partizipieren konnte, entstand ein jahrelanger Streit, der 1887 den Höhepunkt erreichte, als Obergösgen «der Gemeinde Winznau die Anzeige machte, dass ab 1. Juni 1887 auf dem Friedhof Obergösgen kein Toter der Gemeinde Winznau beerdigt werden dürfe.»
Winznau beschloss nun, eine eigene Pfarrei zu gründen. Die Kapelle wurde zur Pfarrkirche erhoben, ein Friedhof angelegt, ein Pfarrer angestellt und ein Kirchenchor ins Leben gerufen. 1922/24 wurde die St. Karlskirche nach Plänen des bekannten St.Gallers Architekten Erwin Schenker gebaut. Dieser Rundbau, der anfänglich auf grossen Widerstand stiess, wurde 1974/75 renoviert und von allen Zierden «gesäubert».
Die reformierten Gläubigen wurden ab 1859, als die Kirchgemeinde Olten gegründet wurde, von dieser Pfarrei aus betreut, kamen dann 1944 zur Zweiggemeinde Trimbach und erhielten 1979 ein eigenes Gemeindezentrum in Winznau, wo auch einer der beiden Pfarrer der Kreisgemeinde Trimbach Wohnsitz hat.

Der erste bekannte Winznauer, der lesen konnte

Vom Winznauer Benedikt Senn, der schon erwähnte überzeugte Anhänger der Täuferbewegung, ist bekannt, dass er eine kleine Bibliothek besass, die vom Vogt von Gösgen beschlagnahmt wurde, insbesondere «Sebastian Münsters Kosmographie und eine wittenbergische Bibel». Wo Senn lesen gelernt hat, ist nicht bekannt. Erstmals vernimmt man im Gösgeramt von einer Schule im Jahre 1605, als die Obrigkeit den Pfarrherren befahl, die Jugend jeden Sonntag im Katechismus zu unterrichten. Eine weitere schriftliche Kunde stammt aus dem Jahre 1654, als im Visitationsbericht vermerkt wurde, dass Dekan Nussbaumer dann und wann Unterricht erteile, «weil hierorts (Obergösgen) kein Schulmeister zu haben ist.»

«Weil die mehreren des Schreibens und Lesens unkundig sind»

Pfarrer Jakob Wirz stellte bei der Übernahme der Pfarrei Obergösgen-Winznau immer noch fest, dass nur wenig Leute des Lesens und Schreibens kundig waren und es deshalb schwierig war, sie im Katechismus zu unterrichten. Zusammen mit dem Vogt von Gösgen gelang es ihm, eine gemeinsame Schule der beiden Gemeinden auf Weihnachten 1751 zu gründen. Der Unterricht wurde in Privathäusern erteilt, bis die Regierung 1807 die beiden Räte verpflichtete, auf der Gemeindegrenze ein Schulhaus zu bauen.
Weil die Schülerzahl ständig stieg, zeitweise hatte ein Lehrer in einem Zimmer mehr als 120 Kinder zu unterrichten, musste 1854 ein zweiter Lehrer angestellt werden, was dann auch zur Aufhebung der Schulgemeinschaft führte.

Ein eigenes Schulhaus

Kleinliche Streitgkeiten trübten das Verhältnis zwischen den beiden Gemeinden mehr und mehr, und schliesslich war die Errichtung eines eigenen Schulhauses an der Lostorferstrasse nicht mehr zu umgehen. Da auch dieses Schulhaus im Dorfzentrum bald einmal zu klein wurde, errichtete Winznau 1906 auf dem Bühl droben das heute noch stattliche Schulhaus. 1959 konnte schliesslich das «neue» Schulhaus nebenan erstellt werden.

Eine eigene Sekundarschule

Von 1839 bis 1847 führte Winznau eine eigene Bezirkssekundarschule, die von einem Geistlichen geführt und aus Geldern des Johann Carolus-Grimm-Fonds bestritten wurde. Mangels genügender Schüler musste die Schule aufgehoben werden, und die begabten Kinder aus der Gemeinde hatten von 1854 bis 1912 die Bezirksschule in Olten zu besuchen. 1913 schloss sich Winznau dem Bezirksschulkreis Trimbach an, bis schliesslich 1973 die Gemeinden Rohr, Stüsslingen, Lostorf, Obergösgen und Winznau das Oberstufenzentrum Mittelgösgen ins Leben riefen. In dieses Zentrum wurde auch die 1959 in Winznau gegründete Sekundarschule eingegliedert. Seit 1967 besitzt Winznau einen Kindergarten, seit 1974 eine Musikschule, und im nahen Olten stehen die Kantonsschule mit den verschiedensten Abteilungen, ebenso die gewerblichen und kaufmännischen Berufsschulen für die Weiterbildung offen.

8000 Schiffe und Flosse

Bevor die Eisenbahn in der Schweiz als Verkehrsträger Fuss fassen konnte, wickelte sich ein grosser Teil des Güter-und des Personenverkehrs auf den Flüssen ab. Der Anblick der ungefähr 6000 bis 8000 Schiffe und Flosse, die noch im 19. Jahrhundert jährlich auf der Aare durch Winznau geführt wurden, aber auch der Verkehr auf dem Flösserplatz in Obergösgen und die immer wieder vorkommenden Unglücke, weckten das Interesse am Handel und Betrieb der Schiffsleute.

Zwei Fähren und sechs Brücken

Für die Bewohner des Gösgeramtes standen lange Zeit nur die gebührenpflichtigen Brücken in Aarau und Olten und die Fähre in Niedergösgen-Schönenwerd als Aareübergänge zur Verfügung. 1841 konnte im Winznauer Hasli und 1874 in der Rankwog Fähren errichtet werden. 1903 wurde die Rankwogbrücke, die 1966 durch die heutige ersetzt wurde, gebaut. Mit dem Bau des Oberwasserkanals und der Stauwehranlage für das Elektrizitätswerk Gösgen von 1913 bis 1917 kam Winznau zu zwei Übergängen über den 4.8 km langen Kanal und zu zwei Fussgängerüberführungen bei den beiden Wehranlagen. Für den Betrieb der regionalen Kehrichtverwertungsanlage und der Kläranlage in der Kipp wurde 1967 eine weitere Brücke über den Kanal erstellt.

Niederamtbahn

Ein überkantonales Komitee erwarb 1870 eine Konzession für den Bau einer Bahn von Lausanne-Solothurn-Olten-Waldshut. Die Bahn sollte linksseitig der Aare, also durch das Gösgeramt geführt werden. Winznau hätte in der Hirzmatte eine Bahnstation erhalten; als Beitrag an das Projekt hätte die damals nie erschwingliche Summe von 30‘000 Franken geleistet werden müssen. Auch den andern Gemeinden wurden unzumutbare Kosten berechnet; zudem wurde die Linienführung weitab von den Dörfern geplant, so dass schliesslich der Eindruck nicht falsch war, dass die Bahn nicht für das Niederamt war, sondern die Gemeinden sollten eine Bahn finanzieren, welche durchs Niederamt führte.
Mit der Erteilung der Konzession der Bahnlinie Olten-Solothurn an die Schweizerische Centralbahn musste das Projekt im Niederamt aufgegeben werden.
1916 kam erneut das Begehren einer Erschliessung des Gösgeramtes mit einer elektrischen Bahn auf. Ein Projekt, in das alle Gemeinden einbezogen wurden, scheiterte erneut an den Kosten. Winznau hätte 150‘000 Franken, Lostorf 250‘000 Franken leisten müssen. Ob solchen horrenden Beträgen konnte das Vorhaben nicht realisiert werden.

Von der Rösslipost zur Automobilgesellschaft

Beide Projekte hatten aber auch ihre positive Seite. 1874 kam das Gösgeramt zur ersten Rösslipost, deren Frequenz zeitweise sehr gering war und im Jahr keine hundert Personen beförderte.
1924 konnte der erste Autobus der «Automobilgesellschaft Olten-Lostorf-Stüsslingen» den Betrieb aufnehmen, welches Unternehmen am 1. Januar 1998 mit der Stadtomnibus AG zur regionalen Gesellschaft «Busbetrieb Olten-Gösgen-Gäu» zusammengeschlossen wurde.

Die Gemeindewappen

Das älteste bekannte Wappen von Winznau ist in der Chronik von Johannes Stumpf erwähnt und im Wappenbuch Wurstisen unter dem Titel «Wappen der Herren von Winznau» abgebildet. Es ist ein vierästiger grüner Zweig mit jeweils drei Blättern an einem Ast. Über dem gelben Schild ist eine kartuschenartige Verzierung angebracht.
Wahrscheinlich ging dieses Wappen in Vergessenheit, denn 1914 übernahm die Bürgergemeinde als Wappenmotiv einen braunen Baum mit einigen grünen Eichblättern. Dieses Wappen wurde 1939 auch an der Landesausstellung in Zürich gezeigt. Zum Jubiläum «650 Jahre Eidgenossenschaft» wurde aber in Schwyz ein neues, das heute gültige Wappen mit einem grünen Rebzweig mit fünf grünen Blättern und zwei grünen Haltern auf goldenem Grund gezeigt.
Leider geht das Wappen auf eine falsche Auslegung des Dorfnamens zurück. In allen bekannten Schreib- und Sprechweisen fehlt im Wort Winznau das r, das vorkommen müsste, wenn der Name auf Winzer, althochdeutsch Winzure, und somit auf das Rebenblatt, zurückgehen sollte.

Bürgergemeinde

Zu den ältern Geschlechtern zählen die Familien Biedermann, von Felten, Grob, Lämmli, Meier, Näf, Senn, Tscharland. Sie alle haben in der Gemeinde heute noch wohnhafte Familienmitglieder. Zusammen mit andern Bürgerinnen und Bürgern bilden sie die Bürgergemeinde, welche eine eigene Verwaltung führt und in deren Hand das Forstwesen und die zentrale Wasserversorgung ist.

Industriebetriebe

Die Bevölkerung von Winznau fand seit der Industrialisierung von Olten vorwiegend Arbeit in der angrenzenden Stadt und teilweise aber auch in der Schuhmetropole Schönenwerd. Heute pendeln viele Arbeitnehmer aus der Gemeinde nach den Industrieagglomerationen Zürich und Basel.
In der Gemeinde selber sind keine grössern Betriebe angesiedelt. Zu den Unternehmen, die am meisten Personen beschäftigen, zählen die Transportfirma Camion Transport AG (ehemals Borner AG), die seit 1968 in Winznau ansässig ist und die Sturzenegger AG, die 1969 das Sandstrahlwerk von Trimbach nach Winznau verlegte. In der Gemeinde niedergelassen sind beispielsweise die Landi, die Raiffeisenbank, die Garage Nyffenegger, die Schreinerei Grüter, die Gartenbaufirma Rippstein, die Tischtennis Gubler AG, die Charles Gysi AG, das Baugeschäft Cervi AG, u.s.w.



Hans Brunner
 

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