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Gemeinderatssitzung vom 09.11.2010


Spezielle Förderung 

Zu den Bildungsaufgaben der Volksschule gehört gemäss § 2 VSG, dass der Unterricht die individuellen Begabungen und Neigungen der Kinder berücksichtigt. Im Kantonsrat wurde am 29.10.2008 die Reform 'Spezielle Förderung' als Massnahme zu den Vorgaben aus dem Legislaturplan 2005/2009 beschlossen. Die Gesetzesgrundlage §37 VSG (Sonderpädagogik) ist seit 1.1.2008 in Kraft. Per 1.8.2011 wird nun auch §36 VSG (spezielle Förderung)  in Kraft treten.
Es geht dabei um grundlegende organisatorische, fachliche und strukturelle Umstellungen – eine grundsätzliche Neuerung in der Schule. Um auch die komplexen Strukturen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten zu vereinfachen, wurde ein neues Zuteilungsmodell für die Ressourcen entwickelt. Ab nächstem Schuljahr 2011/2012 müssen die Schulleitungen erste Anpassungen vornehmen. Per 1. August 2014 soll die Einführung der Speziellen Förderung für alle Schulen im Kanton Solothurn abgeschlossen sein.
Der Umsetzungsfahrplan des Kantons sieht drei Schritte vor. Im Sommer 2011 sollen die Änderungen für den Kindergarten, 1. und 2. Primarschulklasse umgesetzt werden. Ab Sommer 2012 3. bis 6. Klasse und bis 2014 dann die 1., 2. und 3. Sekundarschulklasse. Parallel dazu läuft auch der Übergang zur Subventionierung nach Poolprinzip. Im Wesentlichen bedeutet das eine Zuteilung der Lektionen für die Schule insgesamt im Rahmen einer Poolzuteilung pro 100 Schüler und Schülerinnen. Ebenfalls wurden die Richtzahlen der Klassengrössen angepasst als Folge der Aufhebung des Schulversuchs Integration mit Doppelzählungen. Weiter werden Einführungsklassen und Kleinklassen sowie deren Status schrittweise aufgehoben. Auch die Bestimmungen über das bisherige Einschulungs- und Aufnahmeverfahren können damit aufgehoben werden. Ebenfalls bedingte die Einführung der Speziellen Förderung sowie die Umsetzung weiterer Reformen eine Totalrevision des Promotionsreglements für die Volksschule, die bereits am 12. Juli 2010 verfügt wurde.
msw.

Es ist Sache der Schulleitungen, den Umsetzungsstand vor Ort zu beurteilen und im gegebenen Fall  Übergangsregelungen zu beantragen, die je nach Situation Abweichungen vom offiziellen Zeitplan vorsehen.
Jetzt erweist es sich als grosser Vorteil, dass Winznau bereits am Schulversuch Integration teilgenommen hat. Im  Rahmen dieses Schulversuchs konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Auch haben bereits grosse Veränderungen stattfinden können. Als grundlegende Voraussetzung haben wir ein gut eingespieltes Team, das seine Kompetenzen hinsichtlich einer die Heterogenität der Schülerschaft berücksichtigenden Pädagogik der Vielfalt bereits erweitern konnte und in schulhausinternen Weiterbildungen auch laufend erweitern wird. Nächste ganztägige Weiterbildungen stehen bereits fest und werden am 8.12.2010 sowie am 24.6.2011 stattfinden.
Im Zuge der Planung des Schuljahres 2010/11, die jeweils im November erfolgt, hat die Schulleitung Winznau deshalb das Gesuch für die beschleunigte Umsetzung der Speziellen Förderung eingereicht. Der Gemeinderat unterstützte das Gesuch formell und Inhaltlich. Und zwar aus guten Gründen: Eine zeitlich etappierte und stufenweise Umstellung gemäss regulärem Reformfahrplan hätte den Abbau von Lektionen zu Lasten der Bildungsqualität und zum Nachteil der Schulkinder bedeutet. Die Erfüllung des Bildungsauftrages wäre gefährdet gewesen. Die sofortige Umstellung verhindert unerwünschte Fluktuationen im Personalbereich und gewährleistet unvermindert einen weiterhin guten Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler.
Das Amt für Volksschule und Kindergarten hat mittlerweile dem Gesuch um beschleunigte Umsetzung der Speziellen Förderung an der Winznauer Schule entsprochen, was bedeutet, dass auf Beginn des Schuljahres 2010/11 alle Kinder des Kindergartens und der ganzen Primarschule in den Genuss der Massnahmen zur speziellen Förderung kommen.
Mit dieser beschleunigten Umsetzung geht Winznau nach einhelliger Auffassung des Gemeinderates den raschen und einzig richtigen Weg, um im Rahmen und unter optimaler Ausschöpfung der Vorgaben allen Schülerinnen und Schülern den bestmöglichen Unterricht bieten zu können.
msw. 

In Kürze 

Der Gemeinderat genehmigte auf Antrag der Schulleitung die Pensenmeldung für das Schuljahr 2011/12.
Der Gemeinderat entsprach den Nachtragskreditbegehren der Feuerwehrkommission betr. Fahrzeugreparaturen.
Der Gemeinderat entsprach einem Gesuch der Bürgergemeinde betr. Durchleitungsrecht für Frischwasser im Bereich Rechtenmatten. Die Bewilligung wurde mit den in solchen Fällen üblichen Auflagen erteilt. Die Bürgergemeinde plant zur Erhöhung der Versorgungssicherheit eine zweite Hauptleitung vom Pumpwerk über den Oberwasserkanal ins Leitungsnetz des Dorfes.
Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der derzeit infolge diverser Bautätigkeiten erschwerten Bedingungen für die Kehrichtabfuhr im Moosacker.
msw.


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